Die taz vom 18.7. berichtet über ein so perfides wie lukratives Geschäftsmodell:
„Internet-Ausdrucker einmal anders: Ein Verlag verkauft im großen Stil Bücher, die ausschließlich aus Wikipedia-Artikeln bestehen – zu astronomischen Preisen.“
Verlagswesen 2.0: Schröpfen on demand

Medientipp: Deutschlandradio Kultur, 3.5.2011

«Wie Verlage und Autoren mit Sachbüchern über das Web Geld verdienen wollen. Von Florian Felix Weyh
Sie heißen ‹Internetsachbücher› und wollen dem geneigten Leser erklären, wie das Netz funktioniert. Doch die Strategie geht nicht auf, denn wirkliche Fachleute gibt es nur wenige. Viele der Autoren bieten daher nur Altbekanntes.»

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Copy and paste

3. März 2011

Medientipp: Deutschlandradio Kultur, 3.3.2011

«Über atmende und tote Texte. Von Barbara Sichtermann»
«Man muss nicht plagiieren, um einen solchen toten Text herzustellen. Es reicht, wenn man sich der Atemlosigkeit des Copy-and-paste-Zeitalters unterwirft.»

Manuskript

Telefonaktion

7. Oktober 2010

Kostenlose Publikationsberatung für Autorinnen und Autoren, Unternehmen, Vereine und Organisationen: Stellen sie Ihre Fragen rund um Buchveröffentlichung, Lektorat, Verlagswesen und Buchhandel.

Themenbeispiele:
Wie komme ich zu einer ISBN? Selbstverlag oder Verlagsveröffentlichung – was ist der bessere Weg?
Pseudoverlage: Woran kann ich unseriöse Vertragsangebote erkennen?
Was ist Book on Demand und welche Vor- und Nachteile hat es?
Wie können Festschriften und Jahrbücher kostengünstig realisiert werden?
Wie lassen sich Bücher effektiv als Imageträger einsetzen?
Amazon & Co.: Bücher übers Internet verkaufen – aber wie?

Termine:

  • Dienstag, 12.10.2010, 9 bis 12 Uhr
  • Donnerstag, 14.10.2010, 18 bis 20 Uhr

Telefon: 07 11 / 6 72 52 17

Buchmesse 2010

7. Oktober 2010

Über die Trends der Branche informieren, Ideen und Anregungen holen, Kundinnen und Kollegen treffen: Die Frankfurter Buchmesse Anfang Oktober ist ein fester Programmpunkt in meinem Terminkalender. In diesem Jahr habe ich gleich den ersten Messetag genutzt, um Bücherluft zu schnuppern. Und die riecht längst nicht mehr nur nach Papier, sondern zunehmend auch nach Plastik und Platinen: «Digital Content» heißt das denglische Schlagwort.
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Pseudoverlage

25. September 2010

Verlegen kommt von vorlegen: Ein Verlag finanziert die Herstellung und Verbreitung eines Buches vor. Er hofft, dass es sich gut verkauft, die Kosten wieder einspielt und schließlich einen Gewinn abwirft. Die Autorin wird in der Regel mit einem Honorar am Absatz beteiligt. Wenn die Sache schiefgeht und die Leser die Nase rümpfen, geht der Autor leer aus und der Verlag bleibt auf den Büchern und den Kosten sitzen. Das ist sein unternehmerisches Risiko.

Es gibt aber auch Unternehmen, die dieses Risiko nicht tragen, sondern den Autor selbst zur Kasse bitten. Faktisch erbringen sie eine Dienstleistung und werden dafür vergütet. Das ist nicht verwerflich, solange dies offen kommuniziert wird und Kostentransparenz herrscht.

Bedenklich wird es dann, wenn das Ego des (angehenden) Autors gebauchpinselt wird, um ihm die Scheine aus der Tasche zu locken – ohne dass den horrenden Forderungen eine angemessene Leistung gegenübersteht. Spiegel online berichtet über ein Experiment, das Aufschluss über die Methoden dieser Pseudoverlage gibt:
«Mit vollmundiger Werbung locken Zuschussverlage Möchtegern-Autoren. Die müssen ordentlich zahlen, wenn sie sich gedruckt sehen wollen. Eine Aktivistengruppe machte die Probe aufs Exempel – und entdeckte eine Branche zwischen Geschäftemacherei und Dada.»
Zum vollständigen Beitrag

Held des Feldversuchs ist der fiktive Hobbyschreiber Rico Beutlich. Überzeugen Sie sich selbst von der literarischen Qualität seines «Werkes», das bei den «Verlagen» teils heftige Begeisterung auslöste:

Alles neu …

14. Januar 2010

… macht der Januar: Die vollständig überarbeitete Homepage des Verlagsbüros ist veröffentlicht! Im Vordergrund steht die übersichtliche Präsentation des Angebots. Dazu gehören auch ein frisches Layout und eine klare Benutzerführung. Die Seite wurde in standardkonformem XHTML komplett neu programmiert. Lob und Kritik sind willkommen.

Danke schön …

1. Januar 2010

… allen Kundinnen und Kollegen für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit im vergangenen Jahr – und die besten Wünsche für das noch junge neue Jahrzehnt.

Über die Verständlichkeit eines Textes entscheidet nicht nur die sprachliche Form, sondern auch die typografische Gestaltung: Schriftart und -größe, Zeilenlänge und Zeilenabstand beeinflussen, wie das Geschriebene aufgenommen und kognitiv verarbeitet werden kann. Typografie sucht das optimale Verhältnis dieser Elemente – je nach Medium, Thema und Adressaten. In dieser Hinsicht sind Typografie und Lektorat Geschwister: Verstehen durch Lesbarkeit ist ihr Ziel.

Nicht immer ist Selbiges aber erwünscht. Dann wird Typografie zur negativen Typografie, die dem Nichtverstehen dient: Die Schrift schrumpft zusammen, während sich die Zeilen wie Gymnastikbänder ausdehnen. Als Akteure haben sich hier besonders Mobilfunkunternehmen hervorgetan. Das Kleingedruckte auf den neuesten Tarifangeboten aus dem Handyshop ist ohne Lupe und Lineal oft kaum noch zu entziffern.

Gleich einen Meterstab braucht man für die neueste Beilagenwerbung einer Elektronikmarktkette, die mir aus dem Briefkasten entgegenfällt: 6 Punkt Schriftgröße und eine Zeilenlänge von fast 40 Zentimetern mit durchschnittlich 420 (!)  Zeichen – das scheint mir weltrekordverdächtig.

Ausschnitt aus MediaMarkt-Beilage 2009, KW39

Der Wettbewerb ist eröffnet: Wer bietet mehr?

Ausschnitt MediaMarkt-Beilage KW 39, 2009

«Arbeit für Alle»

20. September 2009

«Arbeit für Alle» – mit diesem Slogan wirbt eine große deutsche Partei derzeit um die Gunst der Wählerinnen und Wähler. Im Regierungsprogramm vom Juni hieß es noch: «Wir stehen weiter ein für unser Ziel ‹Arbeit für alle›». In der Kurzfassung ist aus dem kleinen A ein großes geworden. Da muss wohl ein Praktikant beim Abtippen einen Aussetzer gehabt haben.
Und weil beim Phrasendreschen das Denken offenbar abgeschaltet wird, hat das Wahlkampfteam den Fehler übernommen und auf Flugblättern und Argumentationshilfen in Großauflage unters Volk gebracht.
Fern der Hauptstadt, an der Parteibasis, scheint man der Zentrale blind zu vertrauen. Und so verspricht auch der örtliche Kandidat in einer Postwurfsendung «Allen» Arbeit. Meinte es die Partei mit ihrem Versprechen ernst, hätte sie bei sich selber angefangen und eine unterbezahlte Lektorenkollegin mit einem Miniauftrag beglückt: Für geschätzte 0,001 Prozent des millionenschweren Wahlkampfetats hätte man sich eine Peinlichkeit ersparen können.

Sie finden das alles nicht besonders aufregend? Ich auch nicht. Aber man ist ja dankbar für jede Kleinigkeit in diesen Tagen – in denen Schlamperei und ein falscher Buchstabe das Zeug dazu haben, die Höhepunkte der Saison zu werden.